ALTIPLANO
Untergang der Titanic auf dem Titicaca See

Lange vor dem Film Titanic hatte ich in einem fernen Land, Peru, folgendes Reiseerlebnis. An einem schönen Morgen betrat ich im Hafen von Puno ein kleines Holzboot. Nach kurzer Zeit befanden sich inklusive Mannschaft ca. 15 Reisende an Bord. Das Ziel war ein Besuch bei den Uros auf den Schilfinseln. Danach ging es weiter auf den See hinaus. Schon nach kurzer Fahrt streikte der Vergaser so daß die Crew ihr Strickzeug gegen Werkzeug tauschen musste. Nach vielen Versuchen und dann doch Austausch des besagten Teiles ging es nach eineinhalb Stunden fröhlich weiter. Etwas anstrengender ging es dann auf der Sonneninsel den Berg hinauf ins Dorf. Man befand sich immerhin auf ca. 4000 m über N.N.
Mittagessen und ein kleiner Spaziergang bei fantastischer Aussicht über die Inseln, den See und die Cordilleras. Auf der Plaza befand sich ein Wegweiser: Moskau, Richtung Südpol; München, Richtung New York; Berlin, Richtung Hawaii; Richtung Tokyo und so weiter.
Die Sache mit dem Vergaser war ja nun erledigt. Es hätte schlimmer kommen können und es kam schlimmer. Gegen Abend, im Boot auf dem See, nur eine leichte Rauchentwicklung, dann etwas mehr. Der Auspuff lag zu dicht am Holz, aber was solls. Wasser zum löschen gab es ja genug. Zuerst wurde es aus dem See genommen, dann aus dem Boot. So dümpelte auf dem Lago Titicaca eine kleine Rauchwolke dem aufgehenden Mond entgegen.
Als es dann richtig dunkel war, aber die Lichter von Puno schon in der Ferne zu sehen waren wurden die Schwimmwesten verteilt. Für jeden eine halbe, bzw. für jeden zweiten eine ganze. Irgendwann kamen wir dann doch noch im Hafen an.
Nun bleibt eigentlich nur noch sich beim Skipper und der freundlichen Mannschaft mit ihren bunten Wollmützen (es waren nun einige Mützen mehr), für die ausgeklügelte Inzenierung zu bedanken.
Eine völlig normale Tour wie sie jeden Tag überall in Südamerica stattfindet.

„El naufragio del Titanic en Lago Titicaca"
Arbeit aus dem Jahr 1997