Atahualpa
der letzte Sonnensohn der Inkas (1500-1533)

Atahualpa wurde in Cuzco geboren und starb in Cajamarca, Peru.
Zusammen mit seinem Vater, Huayana Capac, dem Herrscher über das Inka-Reich,
eroberte er Quito.
Nach dem Tod seines Vaters, im Jahr 1525, nimmt er die Gebiete im Norden des Reiches ein.
1527: Bürgerkrieg gegen seinen Bruder Huascar, Herrscher von Cuzco.
1532: Atahualpa gewinnt die Schlacht von Quipaypan und marschiert in Cuzco ein,
er ernennt sich zum Herrscher über das Land.

Eine überaus kleine Gruppe von Spaniern überwältigte 1532 den Herren von Cuzco innerhalb
weniger Monate. Nicht nur die überlegenen Waffen der Europäer trugen zu Tahuantinsuyus
raschem Zusammenbruch bei. Vielmehr fand der Eroberer, Francisco Pizarro, kein starkes Reich
mehr vor, sondern einen Staat der in einen blutigen Nachfolgekrieg zwischen den Königssöhnen
Huascar und Atahualpa verstrickt war.

Der Bürgerkrieg erschütterte die Grundfesten der sozialen, politischen und ökonomischen Ordnung
des Imperiums. Infolge des Tempos seiner Eroberungen und seiner gewaltigen Größe war das Reich,
miltärisch gesehen, dagegen sehr wohl anfällig. Die Unzufriedenheit der unterworfenen Völker
beschleunigte den Zusammenbruch.
Viele schlugen sich auf die Seite der Spanier, weil sie so ihre Unabhängigkeit
wiederzuerlangen hofften.

Doch noch ganz andere Faktoren beschleunigten den Fall von Tahuantinsuyu.
Etwa ein Jahrzehnt vor Pizarros Landung hatten sich europäische Krankheiten, wie Pocken und
Masern, tödlich für die eingeborenen Völker, von Mexico und der Karibik nach Süden ausgebreitet.
Wenige Jahre vor Atahualpas schicksalhafter Begegnung mit Pizarro hatte eine Epedemie,
wahrscheinlich Pocken, im Inka-Reich um sich gegriffen.
Unter ihren ersten Opfern war Atahualpas Vater Huayana Capac.

Die Inka-Armeen waren nur leicht bewaffnet, ihre Stärke lag eher in ihrer Mannschaftsgröße und
ihrer Beweglichkeit. Durch Eilmärsche waren sie in allen Teilen des Reiches blitzartig einsetzbar.
Symbolismus und Ritual spielten auch bei den Schlachten der Inkas eine Rolle.
Die Spanier nutzten diese Prozeduren zu ihrem Vorteil, etwa daß die Streitkräfte der Inka
ihre Angriffe bei Vollmond begannen und bei Neumond unterbrachen, um die Mondgottheit zu ehren.

Die Taktik der aus dem Hinterhalt angreifenden Conquistadores waren die Inka nicht gewachsen.
Als Inka-Fußsoldaten in Cajamarca, im Hochland von Nordperu, erstmals mit spanischen Truppen
zusammenstießen, hielten ihre mit Baumwolle gepolsterten Rüstungen den Lanzen und Schwertern
aus Toledo-Stahl nicht stand. Die Spanier kämpften zum Teil hoch zu Pferd, auf Geschöpfen,
die kein Inka zuvor gesehen hatte und ihnen panische Angst einjagte.

1533 wird Atahualpa durch Francisco Pizarro ermordet.
Atahualpa bietet Pizarro als Tausch für sein Leben, seine Gefängniszelle bis
unter die Decke mit Gold und Silber zu füllen.
Dieser Raum, daß sogenante Lösegeldzimmer, ist noch heute in Cajamarca zu besichtigen.
Vor seiner Hinrichtung wurde der Sonnensohn getauft, im Namen der Kirche.
Viele Menschen, wie Atahualpa, wurden gegen ihren Willen getauft bzw. ermordet.

Arbeit aus dem Jahr 1997